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Schadensersatz nach Verkehrsunfall – Abrechung auf Reparaturkostenbasis – Fiktive Abrechnung auf Gutachtenbasis

Strafverteidiger München – Fachanwalt Strafrecht

Rechtsanwalt Strafrecht München: Volker Dembski

In nachfolgenden Beitrag informiert Rechtsanwalt Strafrecht München Volker Dembski über die Verpflichtung zum Ersatz von Reparaturkosten nach einem Verkehrsunfall.

1. Abrechnung auf Reparaturkostenbasis

Eine Abrechnung auf Reparaturkostenbasis erfolgt nur, wenn die Reparaturkosten den
Wiederbeschaffungswert nicht um mehr als 30 % übersteigen.

Grundlage für die zu ersetzenden Reparaturkosten ist entweder ein Kostenvoranschlag oder ein Sachverständigengutachten. Der Geschädigte kann jedoch frei wählen, ob und wie er das Kraftfahrzeug reparieren lässt. Wird das Fahrzeug durch eine Werkstatt repariert, kann der Geschädigte bei zu gering geschätzten Reparaturkosten die tatsächlich entstandenen Kosten verlangen. Bei zu hoch geschätzten Kosten besteht keine Verpflichtung zur Vorlage der Reparaturrechnung. Sofern eine Nutzungsausfallentschädigung gefordert wird, kann der Reparaturnachweis auch durch Lichtbildaufnahmen erfolgen. Die angefallene Umsatzsteuer wird jedoch nur bei Vorlage der Reparaturrechnung erstattet. Der Geschädigte muss jedoch niedrigere tatsächliche Reparaturkosten dann nicht gegen sich gelten lassen, wenn diese darauf beruhen, dass der Geschädigte seiner Schadensminderungspflicht in überobligationsmäßiger Weise nachgekommen ist.

2. Abrechnung auf Gutachtenbasis

Bei der fiktiven Abrechnung auf Gutachtenbasis werden die Reparaturkosten ohne Umsatzsteuer bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes nach Abzug des Restwertes ersetzt. Anspruch auf Nutzungsausfall besteht nicht.

3. Wertminderung

Zu den Reparaturkosten zählt auch die durch das Unfallereignis eingetretene technische oder merkantile Wertminderung. Eine Wertminderung kann nicht geltend gemacht werden, wenn das Kraftfahrzeug eine Laufleistung von mehr als 100.000 km aufweist bzw. mehr als vier Jahre betrieben worden ist. Auch bei Bagatellschäden entsteht kein Minderwert. Auf der anderen Seite sind durch die Reparatur entstehende Wertverbesserungen zugunsten des Ersatzpflichtigen in Ansatz zu bringen.

4. Einwendungen gegen Abrechnung

Der Ersatzpflichtige kann gegen die Schadensberechnung Einwendungen erheben. Die Höhe der notwendigen Reparaturkosten bestimmt sich nach den Stundenverrechnungssätzen der am Heimatort des Geschädigten ansässigen markengebundenen Fachwerkstätten. Der Geschädigte kann jedoch an eine freie Werkstatt mit günstigeren Stundensätzen verwiesen werden, sofern diese Werkstatt einen gleichwertigen Qualitätsstandard aufweist und mühelos zugänglich ist, es sei denn, eine Reparatur außerhalb einer Fachwerkstatt ist unzumutbar. Dies ist das Fall, wenn das Kraftfahrzeug neuwertig ist oder immer in Fachwerkstätten gewartet bzw. reapiert worden ist.

5. Ersatzbeschaffung

Wenn der Geschädigte für ein reparaturwürdiges Kraftfahrzeug eine Ersatzbeschaffung vornimmt, wird die angefallene Umsatzsteuer nur bis zur Höhe der bei einer Reparatur anfallenden Umsatzsteuer erstattet. Wenn der Geschädigte zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, gehört die Umsatzsteuer nicht zum erstattungsfähigen Schaden.

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