Skip to content

Brandstiftungsdelikte (§§ 306, 306a, 306b, 306c, 306d, 306f StGB) – Brandstiftung (§ 306 StGB) – Schwere Brandstiftung (§ 306a StGB) – Besonders schwere Brandstiftung (§ 306b StGB) – Brandstiftung mit Todesfolge (§ 306c StGB) – Fahrlässige Brandstiftung (§ 306d StGB) – Herbeiführen einer Brandgefahr (§ 306f StGB)

Strafverteidiger München – Fachanwalt Strafrecht

Rechtsanwalt Vermögensstrafrecht München: Volker Dembski

Nachfolgend befasst sich Anwalt Vermögensstrafrecht München Volker Dembski mit den Brandstiftungsdelikten gemäß den §§ 306 – 306f.

1. Brandstiftung (§ 306 StGB)

Bei der einfachen Brandstiftung nach § 306 StGB handelt es sich um eine spezielle Form der Sachbeschädigung, d. h. der Eigentümer ist nicht tätertauglich. Auch ein Dritter macht sich nicht wegen Brandstiftung strafbar, sofern eine rechtfertigende Einwilligung des Eigentümers vorliegt. Herrenlose Gegenstände sind keine geeigneten Tatobjekte. Als Tathandlung kommt neben dem in Brand setzen auch eine Zerstörung durch Brandlegung in Betracht. Ein Gegenstand ist in Brand gesetzt, wenn er nicht unerheblich vom Feuer ergriffen ist und selbständig brennt. Eine Zerstörung durch Brandlegung ist gegeben, wenn es zwar nicht zu einem offenen Feuer gekommen ist, das eingesetzte Brandmittel aber gleichwohl zu einer nicht unwesentlichen Funktionsaufhebung des Tatobjekts geführt hat. Erfasst werden insoweit auch die Einwirkungen durch Löschmittel.

2. Schwere Brandstiftung (§ 306a StGB)

Bei der schweren Brandstiftung gemäß § 306a StGB kommt es nicht auf die Eigentumsverhältnisse an. § 306a Abs. 1 StGB schützt Objekte, in denen sich typischerweise Menschen aufhalten. Es handelt sich um ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Die abstrakte Gefährlichkeitsvermutung kann aber widerlegt werden, wenn sich der Täter glaubhaft vergewissert hat, dass eine konkrete Gefährdung von Menschenleben ausgeschlossen ist. Dies wird bei mehrräumigen Objekten regelmäßig nicht möglich sein. Entsprechende Einlassungen werden durch die Gerichte daher als unbeachtliche Schutzbehauptungen gewertet. Die Zweckbestimmung eines zur Wohnung von Menschen dienenden Gebäudes kann durch seine tatsächlichen Bewohner aufgehoben werden. Es ist unerheblich, wenn das Tatobjekt für den Fall des Fehlschlagens wieder bewohnt werden soll. Der Täter kann jedoch eine Entwidmung nicht mit Wirkung für Familienmitglieder oder andere Bewohner ohne deren Kenntnis vornehmen. Bei gemischt genutzten Gebäuden kommt es auf die Art der Verbindung an. Ein gemeinsames Dach ist für sich genommen nicht ausreichend, wohl aber ein gemeinsames Treppenhaus. § 306a Abs. 2 StGB verweist auf die Tatobjekte nach § 306 StGB und setzt zudem eine konkrete Gesundheitsgefährdung voraus.

3. Sonstige Brandstiftungsdelikte (§§ 306b, 306c, 306d, 306f StGB)

Die Brandstiftungsdelikte in den §§ 306b und 306c enthalten unterschiedliche Qualifikationstypen. § 306d befasst sich mit vier Fahrlässigkeitsvarianten. Beim Herbeiführen einer Brandgefahr gemäß § 306f StGB wird eine Vorstufe der Brandstiftung unter Strafe gestellt. Jedoch allein die Ausführung einer der beispielhaft aufgezählten Handlungen führt selbst bei abstrakter Gefährlichkeit noch nicht zur Tatbestandsverwirklichung, es sein denn, dass eine nahe liegende Gefahr für eine Brandentstehung vorliegt.

4. Tätige Reue (§ 306e StGB)

Ist es zur Tatvollendung gekommen, enthält § 306e StGB eine benannte Rechtsfolgenregelung bei tätiger Reue.

Sie haben ein strafrechtliches Problem und benötigen professionelle Beratung oder Vertretung durch einen engagierten Fachanwalt für Strafrecht in München? Jetzt erfahrenen Strafverteidiger unter Telefonnummer 089 / 517 017 94 persönlich kontaktieren oder Nachricht an E-Mail-Adresse dembski@fachanwalt-strafrecht-muenchen.org senden und kurzfristig Termin vereinbaren!