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Diebstahlsdelikte (§§ 243, 244, 244a, 252 StGB) – Diebstahl in einem besonders schweren Fall (§ 243 StGB) – Bandendiebstahl (§ 244 Abs. 1 Nr. 2 StGB) – Wohnungseinbruchsdiebstahl (§ 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB) – Räuberischer Diebstahl (§ 252 StGB)

Strafverteidiger München – Fachanwalt Strafrecht

Rechtsanwalt Vermögensstrafrecht München: Volker Dembski

Nachfolgend befasst sich Anwalt Vermögensstrafrecht München Volker Dembski mit dem Diebstahl in besonders schweren Fällen gemäß § 243 StGB und unterschiedlichen Diebstahlsqualifikationen gemäß den §§ 244, 244a StGB sowie dem räuberischen Diebstahl gemäß § 252 StGB.

1. Besonders schwerer Diebstahl (§ 243 StGB)

Beim Diebstahl in einem besonders schweren Fall gemäß § 243 Abs. 1 S. 1 StGB handelt es sich nicht um einen qualifizierten Tatbestand wie beim Diebstahl mit Waffen, sondern um eine Strafzumessungsregel.

Die Verwirklichung eines Regelbeispiels gemäß § 243 Abs. 1 S. 2 StGB führt zur widerlegbaren Vermutung, dass ein besonders schwerer Fall des Diebstahls vorliegt. Diese Indizwirkung kann aber durch besondere strafmildernde Umstände entkräftet werden. Es kommt dann nicht zur Anwendung des erhöhten Strafrahmens. In § 243 Abs. 2 StGB ist eine gesetzliche Ausnahmeregelung für geringwertiges Diebesgut enthalten. Ein Gegenstand ist geringwertig, wenn sein Verkehrswert EUR 25,- nicht übersteigt. Auf der anderen Seite kann sich das erhöhte Maß an Unrecht und Schuld auch ohne Erfüllung eines Regelbeispiels aufgrund einer umfassenden Gesamtabwägung ergeben, beispielsweise beim Diebstahl von Sachen mit hohem Wert. Beim Diebstahlsversuch ist es für die Annahme eines besonders schweren Falles nicht erforderlich, dass das Regelbeispiel vollständig verwirklicht worden ist. Umgekehrt führt ein vollendeter Diebstahl mit teilverwirklichtem Regelbeispiel allerdings nicht zur Anwendung des erhöhten Strafrahmens.

Ein Kraftfahrzeug stellt einen umschlossenen Raum gemäß § 243 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 StGB dar. Ein Einbrechen kann anders als beim Einsteigen oder Eindringen auch dann vorliegen, wenn der Täter den Raum nicht betritt. Ein Schlüssel ist falsch, wenn er vom Berechtigten überhaupt nicht, nicht mehr oder noch nicht als Zubehör zum Schloss angesehen wird. Eine beim Kaufhausdiebstahl den Alarm auslösende Diebstahlssicherung stellt keine straferhöhende Schutzvorrichtung dar. Der Kofferraum eines Kraftfahrzeuges ist dagegen gemäß § 243 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 StGB ein geeignetes Behältnis zur Sicherung gegen Wegnahme. Für die Erfüllung des Regelbeispiels reicht es aus, wenn der Täter die gesicherte Sache inklusive Schutzvorrichtung oder Behältnis wegnimmt. Auf eine Überwindung der Sicherung kommt es nicht an. Gewerbsmäßigkeit gemäß § 243 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 StGB ist gegeben, wenn der Täter in der Absicht handelt, für sich aus wiederholten Diebstählen eine nicht nur vorübergehende Einnahmequelle von einiger Erheblichkeit zu verschaffen. Es ist nicht erforderlich, dass es sich um die Haupteinnahmequelle des Täters handelt. Das Regelbeispiel ist bereits bei der ersten Tathandlung mit Wiederholungsabsicht verwirklicht.

2. Bandendiebstahl (§ 244 Abs. 1 Nr. 2 StGB)

Beim Bandendiebstahl gemäß § 244 Abs. 1 Nr. 2 StGB handelt es sich um eine tatbestandliche Qualifikation mit erhöhtem Strafrahmen.

Der Begriff der Bande setzt einen Zusammenschluss von mindestens drei Personen voraus. Die Bandenabrede kann ausdrücklich oder konkludent getroffen werden. Es genügt nicht, wenn sich die Täter nur zur Begehung einer einzigen Tat verbunden haben und zu einem späteren Zeitpunkt erneut handeln. Ebenso reicht es nicht, wenn zwei Mittäter für mehrere Straftaten aufgrund jeweils neuen Tatentschlusses andere Beteiligte rekrutieren. Eine Bande kann auch aus einem Täter und zwei Gehilfen bestehen. Die Bandenmitglieder müssen sich nicht persönlich kennen. Auch spontane Taten in wechselnder Besetzung können Gegenstand einer Bandenabrede sein. Für das Tatbestandsmerkmal der Mitwirkung ist nicht erforderlich, dass die Bandenmitglieder den Diebstahl örtlich und zeitlich zusammen begehen. Es reicht aus, wenn sie in irgendeiner Weise zusammenwirken. Es müssen auch nicht immer drei Bandenmitglieder an jeder einzelnen Tat beteiligt sein, sondern ein gemeinsames Handeln von einem Täter und einem Gehilfen reicht aus. Die Wegnahmehandlung selbst kann auch durch einen bandenfremden Täter ausgeführt werden. Einem am Tatort nicht anwesenden Bandenmitglied ist die Tat nur dann als Mittäter zuzurechnen, wenn er einen entsprechenden Tatbeitrag leistet.

3. Schwerer Bandendiebstahl (§ 244 a StGB)

Beim schweren Bandendiebstahl gemäß § 244 a StGB ist es nicht erforderlich, dass auch das mitwirkende Bandenmitglied die straferhöhenden Voraussetzungen erfüllt oder Kenntnis von deren Vorliegen hat.

4. Wohnungseinbruchsdiebstahl (§ 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB)

Beim Wohnungseinbruchsdiebstahl gemäß § 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB handelt es sich ebenfalls um einen Qualifikationstatbestand. Der Begriff der Wohnung umfasst nur solche Räumlichkeiten, die Personen zum ständigen Aufenthalt oder zur Benutzung dienen. Geschäftsräume, freistehende Garagen und Kellerverschläge in Mietshäusern besitzen daher keine Wohnungseigenschaft. In Mischgebäuden können sich Abgrenzungsprobleme ergeben.

5. Räuberischer Diebstahl (§ 252 StGB)

Ein räuberischer Diebstahl gemäß § 252 StGB stellt keine Qualifikation dar, sondern ist als selbständiger Tatbestand zu verstehen.

Wer bei einem Diebstahl auf frischer Tat betroffen wird und in diesem Zusammenhang Gewalt gegen eine Person verübt, um sich den Besitz des entwendeten Gegenstandes zu erhalten, wird wie bei den Raubdelikten bestraft, d. h. auch die Qualifikationen können zur Anwendung kommen. Als Vortat werden auch die privilegierten Fälle der §§ 247, 248 a StGB erfasst. Voraussetzung ist, dass der Diebstahl vollendet, aber nicht beendet ist. Eine Tat ist frisch, solange mit der Wegnahme ein enger zeitlicher und räumlicher Zusammenhang besteht. Betroffen ist der Täter, wenn er durch einen Dritten wahrgenommen wird oder sich entdeckt fühlt. Die Gewaltausübung kann auch in räumlicher Trennung zum Tatort erfolgen. Der Täter muss in der Absicht handeln, eine Gewahrsamsentziehung zu verhindern. Ein Diebstahlsgehilfe kann nur dann Täter eines räuberischen Diebstahls sein, wenn er die tatsächliche Sachherrschaft über die Beute ausübt. Nicht ausreichend ist, wenn der Täter lediglich die Feststellungen seiner Person und einen dadurch bedingten späteren Verlust des Diebesgutes verhindern will. Wirft der Täter die Beute weg und wendet dann erst Gewalt an, liegt mangels Beutesicherungsabsicht kein räuberischer Diebstahl vor.

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